Bei der Erbringung von Dienstleistungen und nicht nur im IT-Recht kommt es leider immer häufiger vor, dass Unternehmen nach einer Möglichkeit suchen, unbezahlte, überfällige Rechnungen einzutreiben. Wir schauen uns in diesem Artikel an, was mit einer unbezahlten Rechnung zu tun ist und wie das funktioniert, und wir beraten Sie, an wen Sie sich bei unbezahlten Rechnungen wenden können und ob eine Chance auf einen Einzug der Forderungen besteht. In diesem Artikel erfahren Sie alles über: Einzug von Rechnungen, Nichtzahlung einer Rechnung, Nichtzahlung einer Rechnung ist eine Straftat, Vorladung wegen unbezahlter Rechnungen.
Was bedeutet eine überfällige Rechnung?
Eine überfällige Rechnung bedeutet, dass der Kunde (Ihr Schuldner) die ausgestellte Rechnung nicht bis zum als Fälligkeitsdatum angegebenen Datum bezahlt hat. Ab dem folgenden Tag ist er mit seiner Zahlungsverpflichtung im Rückstand. Für Sie hat dies folgende rechtliche Konsequenzen:
- Entstehung des Anspruchs auf Verzugszinsen:Ab dem auf die Fälligkeit folgenden Tag können Sie vom Schuldner die gesetzlichen Zinsen verlangen. Wenn Sie im Vertrag oder in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen höhere Zinssätze oder eine Vertragsstrafe vereinbart haben, haben Sie das Recht, auch diese anzuwenden.
- Möglichkeit der Geltendmachung der mit der Beitreibung verbundenen Kosten:Nach dem Handelsrecht haben Sie das Recht, einen pauschalen Ersatz der Beitreibungskosten (mindestens 40 € im Geschäftsverkehr) zu verlangen.
- Mahnungen und rechtliche Schritte:Wir empfehlen, mit einer schriftlichen Zahlungsaufforderung (Mahnung) zu beginnen, in der Sie den Schuldner auf die Verzögerung, die Geltendmachung von Zinsen und das weitere Vorgehen bei Nichtzahlung hinweisen (z. B. Klageerhebung oder Übergabe der Sache zum Inkasso).
- Risiko für den Kreditnehmer:Zahlt der Schuldner die Rechnung auch nach Mahnung nicht, können Sie die gerichtliche Zwangsvollstreckung einleiten. Nach Erhalt des Vollstreckungstitels (Urteil, Zahlungsbefehl) ist es möglich, mit der Vollstreckung seines Vermögens fortzufahren.
Aus rechtlicher Sicht ist es daher entscheidend, dass Sie sich aktiv mit jeder überfälligen Rechnung auseinandersetzen und den Schuldner nicht ohne Antwort zurücklassen. Langfristige Zahlungsausfälle schwächen Ihre Position und verringern die Chance auf eine erfolgreiche Sanierung.
Warum bezahlen Kunden Rechnungen nicht pünktlich?
Die verspätete Zahlung von Rechnungen ist für die meisten Unternehmer ein Problem. Die Gründe sind nicht nur finanzieller Natur, sondern oft eine Kombination aus rechtlichen, buchhalterischen und psychologischen Faktoren. Manche Kunden verlängern bewusst die Fälligkeit, andere haben Probleme mit dem Cashflow oder verschieben die Zahlung einfach, ohne die Konsequenzen zu spüren.
Rechtliche und geschäftliche Aspekte
- Beabsichtigte Laufzeitverlängerung:Einige Kunden nutzen verspätete Zahlungen als eine Form des „inoffiziellen Kredits“, d. h. um das Bargeld so lange wie möglich aufzubewahren.
- Streitigkeiten über die Qualität oder den Inhalt der Lieferung:der Kunde die Zahlung zurückhält, weil er den Umfang oder die Qualität der erbrachten Leistung beanstandet.
- Unklare Geschäftsbedingungen:Sind der Fälligkeitstermin oder die Rechnungsbedingungen nicht eindeutig vereinbart, kann der Kunde unter dem Vorwand der Verwechslung mit der Zahlung in Verzug geraten.
- Schwache Sanktionen:Wenn der Lieferant keine Verzugszinsen oder Strafen erhebt, verspürt der Kunde keinen Druck, pünktlich zu zahlen.
Buchhaltungs- und Finanzaspekte
- Cashflow-Problem:der Kunde bei Fälligkeit nicht über ausreichende Deckung auf dem Konto verfügt, so dass er Zahlungen nach seinen Möglichkeiten verschiebt. Dies geschieht, wenn Ihr Kunde unbezahlte Rechnungen von seinen Kunden hat.
- Schlechtes Finanzmanagement:Rechnungen gehen in einer unübersichtlichen Verwaltung „verloren“ oder das Unternehmen verfügt nicht über ein System zur Nachverfolgung von Verbindlichkeiten.
- Priorisierung der Zahlungen:Der Kunde zahlt zuerst die für ihn kritischeren Verpflichtungen (z. B. Löhne, Miete, staatliche Steuern) und der Lieferant bleibt am unteren Ende der Leiter.
- Abhängigkeit von anderen Zahlungen:Der Kunde wartet auf die Bezahlung durch seine Kunden, bevor er Ihre Rechnung bezahlt.
Psychologische Aspekte
- Prokrastination:Selbst wenn sie Geld haben, verzögern sie Zahlungen, weil „es warten wird“.
- Geringe Disziplin:Nichteinhaltung von Regeln und mangelnder Respekt gegenüber Verpflichtungen.
- Ein Gefühl der Straflosigkeit:Wenn sie bisher nicht sanktioniert wurden, haben sie sich ein Verhaltensmuster angeeignet, das besagt, dass nichts passieren wird, wenn sie später zahlen.
- Psychologische Distanz:Der Lieferant ist „nur eine Rechnung auf Papier“, keine reale Person oder Beziehung, die es zu bewerten gilt.
- Stres a zahltenie:Manager oder Unternehmer stehen möglicherweise so unter Druck, dass Verwaltungsaufgaben (z. B. das Bezahlen von Rechnungen) verschoben oder vernachlässigt werden.
Kunden zahlen Rechnungen aus einer Kombination aus strategischen Gründen (vorsätzliches Zurückhalten von Geld), organisatorischen Mängeln (schlechtes Finanzmanagement) und psychologischen Faktoren (Aufschieben, Gefühl der Straflosigkeit) nicht rechtzeitig. Eine erfolgreiche Lösung ist daher oft multidisziplinär: klare Verträge und Sanktionen, ein wirksames Kontroll- und Erinnerungssystem und der Aufbau einer Beziehung zum Kunden, in der Zahlungen mit Vertrauen und Respekt verbunden sind.
Was tun, wenn der Kunde die Rechnung nicht bezahlt?
Eine unbezahlte Rechnung kann einem Unternehmer ernsthafte Probleme mit dem Cashflow und oft auch mit dem Vertrauen gegenüber Geschäftspartnern bereiten. Helfen Mahnungen oder eine Einigung nicht, wird es Zeit für rechtliche Schritte. In einem solchen Fall geht der Anwalt systematisch vor, von der Vorladung über den Vorschlag zur Erteilung eines Zahlungsbefehls bis hin zur Vollstreckung.
1. Analyse des Anspruchs
Der Anwalt prüft zunächst:
- ob die Rechnung korrekt ausgestellt und ordnungsgemäß zugestellt wurde,
- ob die Forderung unbestritten ist (z. B. keine Beanstandungen vorliegen, Leistungseinwände bestehen),
- Wie hoch ist die Schuld, einschließlich Zinsen und Strafen?
- Welche Möglichkeiten gibt es für eine schnelle Anwendung (ob es sich um eine Geschäftsbeziehung, eine Verbraucherbeziehung usw. handelt)?
2. Vorladung vor Gericht
- Der Anwalt versendet eine offizielle Vorladung (sog. Klageerinnerung) mit einer deutlichen Warnung vor einem möglichen Gerichtsverfahren.
- Darin enthalten sind: der geschuldete Betrag, Zinsen, Vertragsstrafe, Kosten der Rechtsvertretung, letzte Zahlungsfrist.
- Oftmals erhöht allein die Unterschrift des Anwalts das Gewicht und motiviert den Schuldner zur Zahlung.
3. Vorlage vor Gericht
Wenn der Schuldner nicht antwortet:
- Der Rechtsanwalt bereitet einen Vorschlag für den Erlass eines Zahlungsbefehls vor (§ 265 ff. Zivilprozessordnung). Auf dieser Grundlage erlässt das Gericht einen Zahlungsbefehl, der den Schuldner zur Zahlung verpflichtet. Legt der Schuldner nicht innerhalb von 15 Tagen Einspruch ein, wird der Zahlungsbefehl wirksam und vollstreckbar.
- Legt der Schuldner Einspruch ein, läuft das Verfahren wie ein klassisches Gerichtsverfahren weiter, bei dem der Anwalt den Gläubiger vertritt und Beweise (Verträge, Rechnungen, Korrespondenz) vorlegt.
4. Vollstreckungsverfahren
Wenn das Urteil/die Zahlungsanweisung rechtskräftig ist und der Schuldner immer noch nicht zahlt, unterbreitet der Anwalt einen Vorschlag zur Vollstreckung (Durchführungsverordnung, Gesetz Nr. 233/1995 Slg.). Der Testamentsvollstrecker kann:
- das Konto sperren,
- einen Teil des Gehalts abziehen,
- das Eigentum des Schuldners verkaufen (beweglich oder unbeweglich).
5. Alternative Routen
In manchen Fällen verwenden Anwälte auch:
- Insolvenzverfahren: wenn der Schuldner zahlungsunfähig ist (§§ 11 ff. Insolvenz- und Restrukturierungsgesetz).
- Abtretung einer Forderung (Zession): Verkauf einer Forderung an ein Inkassounternehmen.
- Außergerichtliche Einigung: Vereinbarung eines Zahlungsplans unter anwaltlicher Aufsicht.
Wenn interne Mahnungen nicht funktionieren, beginnt der rechtliche Prozess: Vorladung → Zahlungsbefehl/Klage → Vollstreckung. Ziel ist es, Druck auf den Schuldner auszuüben und gleichzeitig sicherzustellen, dass Ihre Forderung rechtskräftig und durchsetzbar ist.
Welche Rechte haben Sie im Falle einer unbezahlten Rechnung?
Eine unbezahlte Rechnung eröffnet Ihnen mehrere Möglichkeiten, von Verzugszinsen über eine Vertragsstrafe und Kostenpauschalen bis hin zur Klage und Vollstreckung. Je früher Sie mit der Ausübung Ihrer Rechte beginnen, desto größer ist die Chance, dass Sie die Forderung eintreiben. Zahlt der Kunde die Rechnung nicht fristgerecht, gerät er in Verzug (§ 517 Abs. 1 BGB). Von diesem Moment an hat der Gläubiger (also Sie) mehrere Rechte:
Das Recht auf Zahlung des Kapitals
- Das Grundrecht besteht darin, die Zahlung des geschuldeten Betrags, also der Hauptforderung, zu verlangen.
- Kommt der Schuldner seiner Zahlungsverpflichtung nicht ordnungsgemäß und nicht rechtzeitig nach, steht Ihnen die gerichtliche Durchsetzung zu (§ 517 Abs. 1 ZPO).
Verzugszinsen
- Der Schuldner ist verpflichtet, vom Tag nach der Fälligkeit an Verzugszinsen zu zahlen (§ 517 Abs. 2 ZPO).
- Die Höhe der Verzugszinsen richtet sich nach der Verordnung der Regierung der Slowakischen Republik Nr. 87/1995 Slg., das den Zinssatz auf den Basiszinssatz der EZB + 5 Prozentpunkte festlegt (sofern nichts anderes vereinbart wurde).
Vertragsstrafe
- Wenn Sie im Vertrag oder in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen eine Vertragsstrafe vereinbart haben, können Sie diese anwenden (§ 544 und § 545 BGB).
- Dabei handelt es sich um einen freiwillig vereinbarten Strafmechanismus, der zusätzlich zu den Verzugszinsen gelten kann.
Mit der Geltendmachung des Anspruchs verbundene Kosten
- Im Geschäftsverkehr (zwischen Unternehmern) haben Sie gemäß § 369c des Handelsgesetzbuches das Recht, einen pauschalierten Kostenersatz in Höhe von mindestens 40 € zu verlangen.
- Dieser Anspruch entsteht automatisch bei Zahlungsverzug.
Außergerichtliche Streitbeilegung– eine Erinnerung
Der praktische erste Schritt besteht darin, eine schriftliche Mahnung (Vorladung) zu verschicken. Dies dient als Beweis für ein zukünftiges Gerichtsverfahren und gibt dem Schuldner zugleich die letzte Chance, freiwillig nachzukommen.
Gerichtliche Durchsetzung
- Reagiert der Schuldner nicht, können Sie einen Antrag auf Erlass eines Zahlungsbefehls stellen (§§ 265 ff. ZPO).
- Mit einem Mahnbescheid kann das Gericht den Schuldner schnell zur Begleichung der Schulden verpflichten. Legt der Schuldner keine Berufung ein, wird der Zahlungsbefehl wirksam und vollstreckbar.
Ausführung
- Zahlt der Schuldner auch nach der rechtskräftigen Entscheidung des Gerichts nicht, folgt ein Vollstreckungsverfahren gemäß der Vollstreckungsanordnung (Gesetz Nr. 233/1995 Slg.).
- Der Testamentsvollstrecker kann das Konto, das Gehalt oder das Eigentum des Schuldners beschlagnahmen.
Der Unterschied, wenn das Unternehmen (sro) Ihre Rechnung nicht bezahlt vs. Unternehmer vs. natürliche Person, Nichtunternehmer
Er ist kein Schuldner als Schuldner. Andere Regeln gelten, wenn Sie kein Gehalt von einem Handelsunternehmen erhalten, andere gelten für einen Selbständigen, und eine andere Situation liegt vor, wenn es sich um eine gewöhnliche natürliche Person – einen Nichtunternehmer – handelt. Die Unterschiede bestehen in den gesetzlichen Regelungen, Sanktionen und in den Möglichkeiten einer echten Schuldeneintreibung. Die Kenntnis dieser Unterschiede ist entscheidend, um die richtige Vorgehensweise wählen und die Erfolgsaussichten erhöhen zu können.
Wenn das Unternehmen (s.r.o.) nicht zahlt
- Rechtsgrundlage:In der Regel handelt es sich um ein Handelsverhältnis (Handelsgesetzbuch).
- Ihre Rechte:
- Verzugszinsen (§ 369 ObchZ),
- pauschaler Kostenersatz 40 € (§ 369c ObchZ),
- Vertragsstrafe, sofern vereinbart.
- Das Risiko besteht darin, dass nur die Gesellschaft für ihr Vermögen haftet, die Gesellschafter jedoch nicht (außer in Ausnahmefällen, z. B. wenn rechtswidriges Verhalten nachgewiesen wird). Wenn das Unternehmen zahlungsunfähig ist, kann eine echte Sanierung ein Problem darstellen.
- Audition-Option:Im Falle einer längerfristigen Zahlungsunfähigkeit können Sie einen Insolvenzantrag stellen.
Wenn der Unternehmer nicht zahlt (SZČO)
- Rechtsgrundlage: auch Geschäftsbeziehung, wenn es sich um eine Geschäftsbeziehung handelt.
- Ihre Rechte:das gleiche wie bei s. R. o.: Zinsen, 40 € Pauschale, Vertragsstrafe.
- Zahlt der Selbstständige Ihre Rechnung nicht, bedeutet das, dass er für sein gesamtes Privatvermögen (§ 15 ObchZ), also auch für Privateigentum (Haus, Auto, Konto), bürgt. Dies erhöht die Chancen auf eine erfolgreiche Genesung gegen S. R. o., wobei ausschließlich die Gesellschaft haftet.
- Eine MöglichkeitInsolvenz/Mindestinsolvenz: Befindet sich der Unternehmer in der Insolvenz, kann ein Antrag auf Privatinsolvenz gestellt werden.
Zahlt eine natürliche Person nicht, handelt es sich um einen Nichtunternehmer
- Rechtsgrundlage:das Verhältnis wird nach dem Bürgerlichen Gesetzbuch beurteilt, nicht nach dem Handelsgesetzbuch.
- Ihre Rechte:
- Verzugszinsen (§ 517 Abs. 2 BGB),
- Vertragsstrafe, sofern vorher vereinbart,
- Schadensersatz, sofern entstanden.
- Der Unterschied zum Unternehmer:hier haben Sie keinen Anspruch auf eine pauschale Entschädigung von 40 €, da es sich lediglich um ein zivilrechtliches Verhältnis handelt.
Wie kann man überfällige Rechnungen verhindern?
- Klar aufgebaute Verträge:genau festgelegte Fälligkeit, Vertragsstrafen, Verzugszinsen. Gut, wenn Sie Verträge von einem Anwalt haben, wir helfen Ihnen gerne dabei, damit Sie Ihre Rechte künftig besser durchsetzen können, nicht nur bei unbezahlten Rechnungen.
- Stempeln
- Anzahlungen/Vorschüsse: Mindestens ein Teil des Preises wird im Voraus bezahlt.
- Kurze Laufzeiten:7-14 Tage statt 30+.
- Automatische Erinnerungen:Buchhaltungssysteme oder Software, die Zahlungen ähnelt. Buchhaltungsautomatisierung ist heutzutage bereits eine Standardleistung.
- Überprüfung der Bonität des Kunden:Überprüfung der Zahlungsdisziplin vor der Zusammenarbeit.
- Sicherheitsinstitute:Bürgschaft, Pfandrecht, Notarurkunde mit unmittelbarer Vollstreckbarkeit.
Einziehung von Rechnungen durch Gericht
Wenn regelmäßige Mahnungen oder eine gerichtliche Vorladung nichts gebracht haben, ist der nächste Schritt die gerichtliche Beitreibung der Forderung. Was bedeutet dieser Prozess in seiner Einfachheit, welche Möglichkeiten gibt es, wie lange dauert er und wie viel kostet er:
Wie viel kostet es
- Gerichtsgebühr:Bei Einreichung eines Antrags auf Erlass eines Mahnbescheids oder einer Klage beträgt sie in der Regel 6 % des Wertes des eingeklagten Betrags, mindestens jedoch 16,50 €.
- Kosten der anwaltlichen Vertretung:sie richten sich nach dem Streitwert und der tariflichen Vergütung des Anwalts gemäß Dekret Nr. 655/2004 Slg. In vielen Fällen kann das Gericht sie anerkennen und den Schuldner zum Schadensersatz verpflichten. Das heißt, wenn Sie vor Gericht gewinnen, werden die Anwaltskosten von der Partei, die unterlegen ist (dem Schuldner), getragen.
- Sonstige Kosten:Geht es bis zur Zwangsvollstreckung, sind die Honorare des Testamentsvollstreckers zu berücksichtigen, die ebenfalls vorrangig aus dem eingezogenen Betrag gezahlt werden.
Wie lange dauert es
- Zahlungsauftrag:Ist die Forderung unbestritten und ordnungsgemäß nachgewiesen, kann das Gericht innerhalb weniger Wochen einen Zahlungsbefehl erlassen.
- Einspruch des Schuldners:Legt der Schuldner Einspruch ein, läuft das Verfahren als klassischer Streit weiter, der je nach Auslastung des Gerichts und Beweislage Monate bis Jahre dauern kann.
- Ausführung:nach Erhalt einer gültigen Entscheidung kann ein Vollstreckungsvorschlag eingereicht werden; Der Kurs selbst hängt von der finanziellen Situation des Kreditnehmers ab.
Wie hoch sind die Heilungschancen?
- Wenn der Schuldner über ausreichende Vermögenswerte oder Einkünfte verfügt, sind die Chancen auf eine erfolgreiche Beitreibung hoch.
- Wenn der Schuldner jedoch zahlungsunfähig oder zahlungsunfähig ist, kann selbst eine gültige Entscheidung unwirksam sein. In einem solchen Fall lohnt es sich mitunter, über ein Insolvenzverfahren oder die Abtretung der Forderung an ein Inkassounternehmen nachzudenken.
- Wichtig ist, dass der obsiegende Gläubiger in der Regel auch Anspruch auf eine Entschädigung der Verfahrenskosten hat, sodass Ihnen ein Teil der Kosten erstattet wird.
Die gerichtliche Durchsetzung ist ein wirksames Instrument, allerdings müssen Zeit und Kosten berücksichtigt werden. Aus unserer Praxis ist jedoch wahr, dass die bloße Einreichung einer Klage oder die Zustellung eines Zahlungsbefehls den Schuldner häufig dazu motiviert, zu zahlen, um eine Vollstreckung oder andere Komplikationen zu vermeiden.
Zivil- und Handelsverfahren
Nicht jede ausstehende Rechnung wird gleich behandelt. Während im Geschäftsverkehr unter Unternehmern die strengeren Regeln des Handelsrechts mit der Möglichkeit der Geltendmachung von Kostenpauschalen oder Vertragsstrafen gelten, sind im zivilrechtlichen Verkehr (z. B. mit Verbrauchern) die Möglichkeiten des Gläubigers enger. Der Unterschied zwischen Zivil- und Handelsverfahren hat daher grundsätzlichen Einfluss darauf, welche Ansprüche Sie geltend machen können und wie hoch Ihre tatsächlichen Chancen auf Beitreibung der Schulden sind.
Zivilverfahren
Es wird verwendet, wenn:
- der Gläubiger oder Schuldner ist eine natürliche Person – Nichtunternehmer,
- die Beziehung nicht im Rahmen einer geschäftlichen Tätigkeit entstanden ist (z. B. Verkauf einer Sache zwischen zwei Bürgern, Erbringung einer Dienstleistung an einen Nichtunternehmer).
Rechtsgrundlage: Bürgerliches Gesetzbuch (insbesondere § 517 – Schuldnerverzug). Kreditgeberoptionen:
- Anspruch auf Tilgungszahlung,
- Verzugszinsen gemäß Regierungsverordnung (EZB-Basiszinssatz + 5 p.b.),
- Schadensersatz, sofern entstanden,
- Vertragsstrafe, sofern vereinbart.
Handelsverfahren
Es wird verwendet, wenn:
- es handelt sich um eine Beziehung zwischen Unternehmern (Firma – Firma, Firma – Selbstständiger),
- die Verpflichtung ist im Rahmen der Geschäftstätigkeit entstanden.
Rechtsgrundlage: Handelsgesetzbuch (insbesondere §§ 369 ff.). Kreditgeberoptionen:
- Verzugszinsen (automatisch, ohne Schadensnachweis),
- pauschaler Kostenersatz in Höhe von 40 € für jede überfällige Rechnung (§ 369c HGB),
- Vertragsstrafe, soweit vereinbart,
- gerichtlicher Antrag durch Vorschlag zur Erteilung eines Zahlungsbefehls.
- Das Gesetz gewährt dem Gläubiger einen stärkeren Schutz als im Zivilrecht.
Was Sie an unbezahlten Rechnungen am meisten interessiert – FAQ
Was tun, wenn der Kunde die Rechnung auch nach Fälligkeit nicht bezahlt?
Nach Fälligkeit gerät der Schuldner in Verzug (§ 517 OZ bzw. § 365 ObchZ). Im ersten Schritt empfehlen wir die Versendung einer Vorladung. Funktioniert auch dies nicht, besteht die Möglichkeit, einen Antrag auf Erlass eines Zahlungsbefehls zu stellen und anschließend ein Vollstreckungsverfahren einzuleiten.
Habe ich das Recht, Verzugszinsen und Vertragsstrafen zu verlangen?
Ja. Verzugszinsen gehören gesetzlich direkt Ihnen. Ihre Höhe richtet sich nach der Regierungsverordnung Nr. 87/1995 Slg. Eine Vertragsstrafe ist nur möglich, wenn sie vorher im Vertrag oder in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen vereinbart wurde.
Wie sieht es mit der Mehrwertsteuer im Falle einer unbezahlten Rechnung aus?
Ein Kunde, der den Vorsteuerabzug geltend gemacht hat und die Rechnung nicht innerhalb von 101 Tagen nach Fälligkeit bezahlt, ist zur Rückerstattung dieser Mehrwertsteuer verpflichtet. Allerdings bleibt der Lieferant zur Zahlung der Umsatzsteuer bei Rechnungsstellung verpflichtet, auch wenn der Kunde ihn nicht entrichtet hat. Vor allem Kleinunternehmern bereitet diese Regelung oft finanzielle Probleme.
Kann ich eine pauschale Erstattung von 40 € verlangen?
Nur im Geschäftsverkehr (d. h. wenn Sie Rechnungen an ein Unternehmen oder einen Selbstständigen stellen). Im Zivilrecht, also wenn Sie einer natürlichen Person Rechnungen ausstellen, steht Ihnen dieses Recht nicht zu.
Was passiert, wenn der Kreditnehmer zahlungsunfähig oder bankrott ist?
Befindet sich das Unternehmen (s.r.o.) in der Insolvenz, besteht die Möglichkeit, einen Insolvenzantrag zu stellen. Für Unternehmer und natürliche Personen besteht die Möglichkeit einer Privatinsolvenz. In der Praxis kann sich jedoch selbst ein rechtskräftiges Urteil als nicht vollstreckbar erweisen, wenn der Schuldner über kein Vermögen verfügt. In solchen Fällen empfehle ich manchmal, darüber nachzudenken, die Forderung an ein Inkassounternehmen zu übertragen.
Wie viel kostet die gerichtliche Beitreibung einer Rechnung?
- die Gerichtsgebühr beträgt 6 % des Klagewertes (mindestens 16,50 €),
- die Kosten der anwaltlichen Vertretung richten sich nach der Anwaltsgebührenverordnung,
- Im Erfolgsfall des Streits ist der Schuldner verpflichtet, Ihnen diese Kosten zu ersetzen.
Wie lange dauert die gerichtliche Durchsetzung einer Rechnung?
Sie können innerhalb weniger Wochen einen Zahlungsauftrag erteilen lassen. Wenn sich der Schuldner wehrt und Einspruch einlegt, kann das Verfahren mehrere Monate bis Jahre dauern. Die Vollstreckung nach einem rechtskräftigen Urteil erfolgt individuell und richtet sich nach der finanziellen Situation des Schuldners.
Abschließend
Unbezahlte Rechnungen sind nicht nur ein administratives Problem, sondern eine rechtliche Haftung, für die es klare Lösungen gibt. Je früher Sie handeln, desto größer ist die Chance, dass Sie Ihr Geld erhalten, sei es durch Verzugszinsen, eine Vertragsstrafe, eine einstweilige Verfügung oder ein Gerichts- und Vollstreckungsverfahren. In der Anwaltskanzlei LEXANTE können wir Ihnen umfassende rechtliche Unterstützung bieten, von der Ausarbeitung und dem Versand einer Vorladung über die Vertretung vor Gericht bis hin zum Vollstreckungsverfahren oder der Abwicklung des Insolvenzverfahrens des Schuldners. Wir sorgen dafür, dass Ihre Rechte konsequent durchgesetzt werden und Sie bestmögliche Chancen auf eine erfolgreiche Beitreibung Ihrer Forderung haben. Wenn Sie ein Problem mit einer unbezahlten Rechnung haben, zögern Sie nicht, uns zu kontaktieren. Bei LEXANT helfen wir Ihnen, den schnellsten und effizientesten Weg zu Ihrem Geld zu finden.
