Die betreffende Änderung des Gesetzes Nr. 595/2003 Slg. zur Einkommensteuer führen Regeln für die Besteuerung von Einkünften ausländischer Personen ein, die von natürlichen Personen kontrolliert werden, die in der Slowakischen Republik steuerlich ansässig sind, die sogenannten CFC-Regeln. Die CFC-Regeln sollen sicherstellen, dass Gewinne aus wirtschaftlicher Tätigkeit dort besteuert werden, wo die wirtschaftliche Tätigkeit stattfindet und somit Wert geschaffen wird.
Ziel des Gesetzgebers ist es daher, das Verhalten natürlicher Personen so zu motivieren, dass sie sich der Steuerpflicht in der Tschechischen Republik nicht dadurch entziehen, dass sie Einkünfte an ausländische Unternehmen mit Sitz in der in der Tschechischen Republik ansässigen Gesellschaft umleiten. Durch die Novelle wird die Verbindung zwischen dem Ort der tatsächlichen Geschäftsführung und dem Ort, an dem Geschäftsführungs- und Geschäftsentscheidungen der Satzungs- oder Aufsichtsorgane getroffen werden, aufgehoben und durch den Ort ersetzt, an dem wesentliche Geschäftsführungs- und Geschäftsentscheidungen für die gesamte juristische Person getroffen oder getroffen werden, auch wenn die Adresse dieses Ortes nicht im Handelsregister eingetragen ist.
Die CFC-Regeln werden erstmals auf den Betrag der Einkünfte angewendet, die dem Steuerpflichtigen aus den wirtschaftlichen Ergebnissen des beherrschten ausländischen Unternehmens für den Steuerzeitraum bis zum Jahr 2021 zuzurechnen sind. Die betreffende Änderung geht nicht davon aus, dass die Einführung der CFC-Regeln zu einer raschen Erhöhung der Steuererhebung führen würde. Die tatsächlichen Ergebnisse werden jedoch erst nach Abgabe der Steuererklärungen für das Jahr 2021 – also im Jahr 2022 – vorliegen. Daher wird es interessant sein zu sehen, welchen echten Nutzen diese Novelle nicht nur aus Sicht der Steuererhebung, sondern auch aus Sicht der Verhaltensänderung einzelner Steuersubjekte mit sich bringt.